24.05. Livø – die Perle im Limfjord

  • Mi 24.05.2017

Die Flaggenparade am Morgen gehen wir mit deutlich weniger Enthusiasmus an. Früh machen wir uns auf den Weg die Insel zu erkunden. Wir verzichten diesmal auf die Fahrräder und machen lieber unsere 10.000 Schritte für heute voll.

Wir werden nicht enttäuscht. Das Grün der Wälder und Wiesen, der satte Duft des Waldes, das Sonnenlicht, das sich durch die Baumwipfel ergießt und uns ein unvergleichbares Lichtspiel bietet, versetzen uns in eine andere Welt.

Libellen, die wie kleine Feen zahlreich um uns herum tanzen,  heißen uns Willkommen. Wir wollen diesen Moment mit Bildern festhalten, aber sie lassen sich einfach nicht mit unserer Kamera einfangen.

Wir gehen kreuz und quer durch den Wald, verlieren jegliche Orientierung, aber die Insel ist klein und so ist es eigentlich unmöglich sich ernsthaft zu verlaufen. Mit der Gewissheit lassen wir uns einfach treiben und erfreuen uns an den vielen kleinen Dingen am Wegesrand und der Schönheit der Natur.

Am Ende sitzen wir bei schönstem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen in der Plicht, genießen die Eindrücke des Tages und wollen gar nicht weiter. Wenn wir jetzt jedoch nicht den Absprung schaffen, werden wir Aalborg wahrscheinlich nicht mehr erreichen. Wir sinnieren, wie schön es wäre mehr Zeit zu haben und geben uns das Versprechen, den Limfjord noch ein weiteres Mal zu besuchen und in Ruhe zu erkunden – hier gibt es noch so viel zu sehen.

Dann machen wir uns auf den Weg, der Wind hat auf 5-6 Bft aufgefrischt, davon lässt sich Danni aber inzwischen nicht mehr beeindrucken. Auf geht’s…

 

23.05. Oddesund – der zweite Versuch

  • Di 23.05.2017

Nachdem nun alle Leinen wieder da sind wo sie hingehören, machen wir uns zum zweiten Mal auf den Weg zur Oddesund Brücke. Wieder melden wir uns artig an und vereinbaren eine Öffnungzeit. Der Wind hat um 180 Grad gedreht und weht uns jetzt direkt entgegen. Wir verschwenden keinen Gedanken daran Richtung Sund zu kreuzen, wir wollen nur noch durch. Anschließend biegen wir eh stark nach Norden ab, was darauf hindeutet, dass wir dann noch schön segeln können.

Diesmsl geht alles glatt, ich funke den Brückenwärter noch einmal kurz an und er öffnet umgehend für uns – was ein Service.

Anschließend setzen wir die Segel und cruisen durch den Fjord Richtung Livø, unser geplantes Ziel für heute.

Dazwischen wartet noch die Sallingsund Brücke auf uns, aber ich kann nirgends eine Telefonnummer oder einen UKW Sprechfunkkanal finden. Beflügelt von der Oddesund Brücke würde ich mich gerne wieder vorab anmelden. Dann erblicke ich den entscheidrnden Hinweis in einer Detailkarte – Durchfahrtshöhe 26 Meter – ich glaube, die kann man gar nicht aufmachen – und so ist es auch.

Mit meinen 22 Metern sollte das ja kein Problem sein…

… und Ja, auch das passt!

Alles läuft bestens und wir kommen Livø immer näher, aber dann ändert sich das Wetter plötzlich. Scharze Gewitterwolken ziehen parallel an uns vorbei, wir entscheiden, die Geschindigkeit lieber etwas zu drosseln, damit wir vielleicht mit etwas Glück trocken davon kommen und die Wolken sich woanders entleeren. Wir genießen das dahindümpeln und nutzen die gewonnene Zeit für allerlei Dinge, die in den letzten Tagen etwas zu kurz gekommen sind. So langsam leben wir wirklich an Bord und segeln nicht nur.  Dann ändern die Wolken aber noch mal die Richtung und verschlingen unser bereits in Sicht befindliches Ziel förmlich. Livø ist plötzlich nicht mehr auszumachen. Als die ersten Blitze sichtbar vor uns ins Wasser einschlagen und die Wolken immer näher kommen, drehen wir fix um und flüchten – wieder Richtung Salling Brücke, davor gibt es noch zwei Ortschaften mit Häfen, Nykøbing und  Glyngøre, hier wollen wir Schutz suchen und hoffen irgendwie doch noch trocken zu bleiben.

Hinter uns tobt sich das Gewitter aus und so schnell es kam, so schnell verschwindet es auch wieder. Plötzlich reißt die Wolkendecke wieder auf und Livø erstrahlt im neuen Sonnenlicht. Na dann können wir doch auch wieder umdrehen – Ziel erreicht, wir haben nicht einen Tropfen abbekommen.

Wir umrunden noch kurz die Insel, um den kleinen Hafen auf der Ostseite anzusteuern, Danni bereitet schon mal alles fürs Abendessen vor, nach rund neun Stunden haben wir beide Hunger bis unter alle vier Arme.

Der Hafen ist echt klein und die Hafeneinfahrt dementsprechend eng. Es passen eigentlich nur vier Schiffe in diesen Hafen und wir kriegen den letzten Platz.

Angekommen, die Insel erforschen wir morgen.

Aber ein Highlight steht ja noch bevor – 21:00 Uhr – Flaggenparade!

In all unseren Revierführern wird immer wieder darauf hingewiesen, dass das rechtzritige Setzen und Einholen der Flaggen für die Dänen elementar wichtig ist und zelebriert wird. Eine Missachtung wird als grobe Unfreundlichkeit angesehen und das wollen wir natürlich nicht. Also noch mal schnell googeln, wann genau muss die Flagge jetzt eingeholt werden und was ist mit der Gastlandflagge?

(Zur Info: Flaggen werden von 08:00 Uhr bis Sonnenuntergang jedoch spätestens 21:00 Uhr gezeigt und es müssen alle Flaggen eingeholt werden)

Wir sind bestens gerüstet und können die gemeinsame Flaggenparade gar nicht erwarten 😉 Im Salon stehend beobachten wir das Treiben der anderen drei Schiffe unter dänischer Flagge, wir wollen ja nicht unseren Einsatz verpassen.

Und dann geht es los, es rührt sich was, der erste öffnet  seine Kuchenbude, streckt kurz den Arm raus und die Flagge ist drin – fünf vor neun. Was war das?

Der zweite kommt um eine Minute vor neun raus. Ich entschließe, das ist der richtige Zeitpunkt und gehe ebenfalls an Deck, um gemeinsam die Flaggenparade zu zelebrieren. Die Parade beginnt, ich hole die Flaggen ein, er geht zur Toilette. Was macht das dritte dänische Schiff? Vielleicht meine letzte Chance auf eine klitze kleine Parade, aber nichts der gleichen, die Schotten bleiben geschlossen und bei genauerem Hinsehen, ist die Flagge auch schon weg. Wann auch immer das passiert ist, ist es unseren aufmerksamen Blicken entgangen.

So geht also eine Flaggenparade, habe ich mir irgendwie spektakulärer vorgestellt.

22.05.-23.05. Mit dem Gennaker durch den Fjord

Mo. 22.05.2017

Nachdem der Limfjord uns gestern mit schönstem Segelwetter in Empfang genommen hat – 5 bis 6 Bft, Sonne pur und die Hotze nur so mit 8,5 Kn auf Am-Wind-Kurs durch die Fahrwasser Richtung Lemvig rauschte – will er uns heute das nächste Highlight bescheren.

Wir wollen weiter zum Oddesund und dort durch eine der wenigen Brücken im Fjord. Ein nettes Ehepaar im Hafen hat uns den Tipp gegeben, uns vorab telefonisch anzumelden, da aufgrund von Bauarbeiten die Brücke unregelmäßig öffnet und letztlich jemand acht Stunden davor seine Kreise gezogen und gewartet hat. Die Absprache per Telefon funktioniert problemlos – wer mein Englisch kennt, weiß, dass ich nicht so recht weiß, was ich da so von mir gebe, aber ich plappere einfach drauf los und die Gegenseite scheint mich zu verstehen – na geht doch!

Mit Raumschotwinden um 2 bis 3 Bft geht es Richtung Oddesund, das lädt doch förmlich ein kurz den Gennaker zu setzen und im Fjord mal etwas Farbe zu zeigen. Gesagt getan, na ja, gesagt und nahezu getan. Die Idee war gut, die Ausführung gestaltet sich dann doch etwas problematisch. Der Gennaker ist nach dem Winterlager und dem ständigen hin- und hertransportieren irgendwie verdreht und verdrisselt. Die Leinen sind nicht mehr da, wo sie so hingehören. Wenn der Bergeschlauch nicht sauber vorbereitet ist, bekommt man das Ding einfach nicht hoch.

Also werden alle Leinen sorgfältig vorbereitet und kontrolliert und dann hoch das Ding – Mist, immer noch verdreht – noch mal runter. Ah jetzt aber, und hoch – ne, doch nicht – immer noch verdreht – wieder runter. Ach ja, noch einmal  die Leine darum und dann aber – ne, auch nicht! Nach gefühlten tausend Versuchen bin ich entkräftet und entnervt, ich breche ab, kann es aber doch nicht so auf mir sitzen lassen.

Die kurze Pause bringt noch eine letzte Idee hervor und was soll ich sagen, es funktioniert. Kaum macht man alles richtig, schon ist er oben…

Die Freude in mir währt aber nur kurz, ich sehe schon, er ist zwar oben, aber im Schlauch ist auch alles verdreht und verknotet und so hat sich am Top die innere Leine um den Gennaker gewickelt. Mein erster Gedanke: Den kriege ich doch nie wieder runter. Aber egal, jetzt genießen wir erst einmal die Fahrt durch den Fjord, kommt Zeit, kommt Rat…

Ich nutze die Zeit natürlich schon, um ein paar Varianten im Kopf durchzuspielen, zumal wir ja auf einen Sund mit einer Brücke zuhalten – Sackgasse – und der Wind drückt von hinten! Also starte ich frühzeitig mit dem ersten Versuch das Tuch zu bergen. Ich bin ja schon in Kroatien Gennaker ohne Bergeschlauch gefahren, habe da die Genua einfach vor den Gennaker gezogen, dann das Fall langsam herunter gelassen und das Tuch einfach unter der Genua eingeholt. Das hat super funktioniert – also alles kein Problem. Raus mit der Genua, ach ja, ich habe ja nur eine Fock und die ist im vergangenen Jahr aufgrund des UV-Schadens auch noch verkleinert worden. Sie sieht aus wie ein Taschentuch vor dem Gennaker und hat auch mal so überhaupt keine Wirkung auf das 110 qm große Tuch. Na immerhin nimmt jetzt auch der Wind noch etwas zu, wahrscheinlich schon die Auswirkung durch den enger werdenden Sund, wäre ja sonst auch langweilig geworden.

Also der Plan bleibt dergleiche, wie soll man auch sonst das Tuch reinholen. Danni geht an das Fall und ich sammel das Tuch unten ein…

Ich hänge am Ende eines 110 qm Tuchs und kämpfe mit den Naturgewalten. „DANNI FIEREN, FIIIIIIIEEEEREN!“

Danni fiert, aber lieber mit Bedacht, wer weiß was alles passieren kann, wenn das Tuch zu schnell runter fällt. Es könnte nass werden…

„FIIIIIEEEEEEREN, FIIIIIIIIIEEEEEREN!“ – Langsam schwinden meine Kräfte, das Tuch gleitet mir immer wieder durch Böen stückchenweise aus den Händen und so verliere ich wichtige Meter um das Tuch endlich entscheidend zu verkleinern und den Rest in Ruhe bergen zu können.

Danni: „Die Schot ist im Wasser, nicht dass sie in die Schraube kommt!“

„Ist nicht schlimm, der Motor ist nicht an!“

Danni: „Das Tuch wird nass!“

Mir ist inzwischen alles egal, „LASS EINFACH RUNTER!“, ich will nur noch den Druck aus dem Tuch haben. Der Rest fällt also kurz ins Wasser und ich ziehe die letzten Quadratmeter nass an Deck – GESCHAFFT! Ich auch!

Die Freude währt aber nur kurz, zurück in der Plicht muss ich erkennen, dass die Einschätzung, „mit der Schot kann ja nichts passieren“, falsch war. Ich halte zwei Enden der Schot in der Hand und diese verdrehen sich in rasender Geschwindigkeit – warum, der Motor ist doch aus? Während ich noch darüber nachdenke, verheddert sich die Leine in ein Gummistraps, welches am Heckkorb befestigt ist, und zerlegt dies förmlich in seine Einzelteile. Mist, der Rückwärtsgang ist nicht eingelegt und so dreht die Schraube durch die Fahrt fleißig mit. Schnell den Gang rein und der Spuk hört erst einmal auf, aber die Leine hat sich festgesetzt und ich kriege sie nicht mehr raus.

Bestandsaufnahme:

  • Wir segeln auf die Oddesund Brücke zu – Sackgasse!
  • Die Maschine ist nicht einsatzbereit – blöd!
  • Das Ruder? Ist frei und kann normal benutzt werden – puh, Glück gehabt!

Ein neuer Plan muss her, die Brücke nehmen wir heute nicht mehr – das ist klar. Also setze ich erst einmal das Großsegel, damit wir besser kreuzen und uns aus dem Sund herausarbeiten können. Dann studiere ich den Revierführer etwas genauer, suche nach geeigneten Ankerplätzen und werde fündig. Lemvig ist perfekt für das anstehende Ankermanöver unter Segeln und die bevorstehende Nacht. Die andere Option unter Segeln in den Hafen zu fahren fällt aufgrund der Windrichtung leider aus.

Also zurück nach Lemvig – warum nicht, war ja schön da. Bei schönstem Segelwetter kreuzen wir also wieder zurück. Bei der Einfahrt in die Bucht warten aber die nächsten Herausforderungen auf uns. Zum einen dreht der Wind etwas, wodurch wir nun auch in der immer enger werdende Bucht kreuzen müssen, zum anderen schläft der Wind nach Sonnenuntergang fast ein. Aber er reicht noch gerade aus, um mit knapp zwei Knoten einzulaufen. Das ganze wird so zu einem Geduldsspiel und die Nacht rückt immer näher. Dann ist es endlich so weit, wir sind kurz vor dem Ankerplatz – da will uns das Wetter noch das Sahnehäubchen auf den ganzen Tag setzen. Eine Nebelbank kriecht langsam über uns hinweg und wir sehen wirklich nichts mehr.

Nach dem der Anker liegt, die Segel geborgen sind, fallen wir nur noch platt ins Bett. An der Lösung des Problems muss morgen weiter gearbeitet werden. Vor Anker liegen ohne einsatzbereite Maschine ist  nicht optimal. Sollte heute Nacht die Hölle losbrechen und der Anker nicht halten, wäre sie natürlich die entscheidende Hilfe. Mit dem Blick auf den Wetterbericht für die Nacht legen wir uns aber entspannt ins Bett – das Wetter hat ein Einsehen mit uns.

Was für ein Tag!

Di 23.05.2017

Ich habe die Hoffnung, dass ich mit der Hotze Junior besser an die verwickelte Leine heran komme und bei Tageslicht die Situation besser einschätzen kann. Und so ist es auch, die Leine lässt sich nach einigen Endwindungen einfach aus der Schraube entfernen, sie ist noch nicht einmal beschädigt. Ich starte zu guter Letzt noch die Maschine und teste vorsichtig die Gänge, bevor wir den Anker wieder hochholen und unsere Fahrt fortsetzen.

Oddesund Brücke die Zweite, wir kommen!

Ich bin jetzt auch mit an Bord…

Hallo ich bin Helge und bin auf Helgoland mit an Bord gekommen. Genauer gesagt hat Dani mich befreit. Ich war in einem viel zu engen Käfig mit gefühlt tausenden anderen eingepfercht – und Dani hat mich ausgewählt und freigekauft…

Danke!

Auf der Helgoland-Düne habe ich meine in Freiheit lebenden Geschwister getroffen – Wahnsinn, es hatten sich hunderte versammelt um mich zu begrüßen.

Hier bin ich auf Sylt – echt schön! Aber wie komme ich in diese Strandkörbe rein?

Zuhause ist es doch am schönsten – Häh? Ich will wieder zur See!!! Aber es geht ja bald schon weiter…

28.04-30.04. Die neu gewonnene Gelassenheit

Wir wissen, dass unser ursprüngliches Ziel „Struer“ in weite Ferne gerückt ist. Aber egal, wir wollen uns ja auch keine Ziele mehr setzen, sondern einfach den Moment genießen und schauen, wo der Wind uns hinträgt…

… manchmal einfacher gesagt als getan, aber wir arbeiten dran 😉

28.04.2017

Die Wetteraussichten könnten besser nicht sein. Drei bis vier Bft aus West, Sonne und eine angenehme Restdünung machen die Überfahrt nach Sylt zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Nach den vielen Motorstunden der letzten Tage setze ich die Segel bereits direkt vor dem Hafen und wir  können bis Sylt auf einem Bug durchsegeln.

Danni passt noch auf die Koje auf, während ich schon mal in den Sonnenaufgang starte. Wir haben inzwischen eine gewisse Arbeitsteilung, die sich bewährt hat. So startet jeder gemäß seinem ganz persönlichen Biorhythmus in den Tag. Später drehe ich kurz bei und Danni kommt mit an Deck.

Gemeinsam genießen wir die Weiten der Nordsee und vor allem den Moment, als das letzte Land am Horizont versinkt und nichts als Wasser uns umgibt. Lediglich die Offshore Windparks im Norden bleiben immer an unserer Seite – schade, aber wir schauen einfach Richtung Süden, wo uns die Sonne entgegen strahlt ☀

Auf dem Weg nach Sylt haben wir die Nordsee ganz für uns – weit und breit kein anderes Schiff. So früh in der Saison ist noch keiner unterwegs, was wir bisher auch in den Häfen feststellen mussten.

Die Anlagen sowie Hafenmeister sind irgendwie alle noch im Winterschlaf. Auch in Hörnum haben wir immer noch niemanden erreicht und so wissen wir noch nicht, ob wir überhaupt einen Liegeplatz bis Ende Mai bekommen können. Auch in den möglichen Alternativhäfen ist noch niemand zu erreichen, so dass wir auf unser Glück hoffen müssen.

Und das haben wir! Nach unserem Anleger treffen wir am Steg direkt auf den ehem. Vorsitzenden des Sylter Yachtclubs und er regelt für uns mal eben alles per Handy. Nun können wir noch zwei Tage auf Sylt genießen, mit der Gewissheit, dass die Hotze bis Ende Mai einen sicheren Liegeplatz hat.

Wir nutzen den Nachmittag noch, um uns Hörnum etwas genauer anzuschauen. Der Strand und die urig in die Dünen integrierten Häuser sind echt schön, aber besonders beeindruckt bin ich von dem Wald hinter den Dünen. Naturbelassen wirkt er richtig verwunschen, da hab ich glatt vergessen ein Bild davon zu machen.  😉

Das südliche Kap mit dem Leuchtturm ist für mich eines der schönsten Orte der Insel – ist aber eher ein Tipp für die Naturliebhaber unter den Syltbesuchern.

29.04.2017

Die Sonne und strahlend blauer Himmel ziehen uns bereits früh am Morgen aus der Koje. Sylt wartet auf uns und wir sind voller Elan. Mit unseren Klapprädern erkunden wir die Insel. Nach 42 Km per Rad und über 10 Km zu Fuß haben wir gefühlt jeden Winkel gesehen, aber weit gefehlt, die Insel ist deutlich größer als ich dachte. Sansibar, Westerland und Gosch, wir besuchen alles, genießen die Sonne und testen Fischhändler und Cafés.

Vor dem Rückweg nach Hörnum machen wir noch kurz einen Zwischenstopp bei meinem Cousin Michael, der ganz frisch in Westerland gebaut hat und gerade dabei ist, seinen Lebensmittelpunkt hierhin zu verlegen.

Helge darf natürlich auch nicht fehlen und begleitet uns auf unserer Inseltour.

Zurück in Hörnum treibt uns der Hunger noch vor die Tür. Nach der Tour sehnen wir uns nur noch nach einem warmen Plätzchen, einem leckeren Essen und wenn möglich mit Blick aufs Meer, um den Sundowner zu genießen.

Wir irren zunächst etwas umher und finden kein passendes Lokal, dafür aber einen vereinsamten Strandkorb mit Blick aufs Meer, der nur auf uns gewartet hat. So genießen wir das unglaubliche Farbspiel des Sonnenutergangs in all seinen Facetten – was für ein Tagesabschluss!

Anschließend kehren wir noch im „Rostigen Anker“ ein. Auf den ersten Blick ein gut bürgerliches Restaurant, überrascht es uns zu später Stunde mit echt leckeren Burgern, die sich eine Erwähnung im Blog redlich verdient haben!

30.04.2017

Alles steht auf Abschied. Wir packen die Sachen, putzen die Hotze und bereiten uns auf den Rückweg vor. Am liebsten würden wir weiter. Der Ostwind mit 5-6 Bft  würde uns perfekt Richtung Dänemark wehen, aber wir müssen zurück. Trost bietet da nur die Aussicht, dass wir in drei Wochen schon wieder hier sind und die Tour fortsetzen können.

Ein Segen haben wir vor der Abfahrt noch eine Stunde Zeit und können uns einen ausgiebigen Spaziergang um das Südkap Sylts gönnen. Noch mal Zeit nur für uns, ein schöner Abschluss unserer ersten Etappe.

 

Dann geht es heimwärts…

23.04-27.04. Der Fluch ist gebrochen…

… Helgoland ich komme doch!

Wer hätte es gedacht, dass ich noch mal nach Helgoland komme. Nach drei gescheiterten Versuchen in den vergangenen Jahren, sah es zunächst wieder so aus, als sollte es nicht sein. Der Wetterbericht kam mit Windstärken von 6-7 und laut DWD mit vier Meter Welle daher. Aber wir haben es ausgesessen, haben uns im Moor von Rastede in Sicherheit gebracht und auf unsere Chance gewartet – und sie kam!

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15.04. Der kleine Packesel

15.04.2017

Morgen geht es los. Damit wir im Zug nicht alle Koffer schleppen müssen, fahren wir heute schon einmal zum Boot, um kurz die wesentlichen Dinge vorab mit dem Auto zu transportieren. Weiterhin steht noch der Einkauf auf dem Plan und wenn man schon mal vor Ort ist, fällt einem ja immer noch das eine oder andere ein…

… und schwups ist es auch schon 22:00 Uhr und wir haben noch drei Stunden Autofahrt vor uns – na ja, so müde wie wir waren doch eher vier…

Aber es ist alles verstaut und man wundert sich, was alles so an Bord untergebracht werden kann. Für die Fahrräder haben wir über den Winter die wildesten Ideen gesammelt und nun ist es eine Art selbst gebauter Dachgepäckträger geworden. Die Hotze – der kleine Packesel!

… einer muss ja fotografieren – Wir haben die Arbeitsteilung perfektioniert 😉

… auch die Sicht ist erstaunlich gut – Die Lösung ist perfekt!

01.04-02.04. Viele Hände rasches Ende…

01.04. – 02.04.2017

Die Vorbereitungen und Pläne werden langsam immer mehr in die Tat umgesetzt und die im Herbst vergangenen Jahres erstellte Liste wird mehr und mehr abgehakt. Nicht jeder glaubt so recht daran, dass wir das noch alles schaffen – da braucht es schon eine ganze Menge Optimismus und helfende Hände, um weiter auf Kurs zu bleiben.

Dieses Wochenende sind Sandi und Mathis mit dabei und helfen uns die Hotze von außen für die bevorstehende Tour vorzubereiten. Diesmal stehen neben dem obligatorischen Reinemachen auch Segel anschlagen, Schoten und Fallen anbringen und, und, und… an.

Das ist Stress pur, aber wir wissen ja wofür wir die ganze Arbeit auf uns nehmen: