Ich leg mal nach

Einige Zeit ist jetzt seit dem letzten Törn vergangen, und ich habe diesen Blog immer vor mir hergeschoben, doch endlich folgt er.

Am nächsten Tag hieß es für den Rest der Crew wieder binnenseits fahren, aber ich schlief erstmal durch, leider verpasste ich dadurch aber den schönsten Segelpart, als ich aufgestanden bin kreuzten wir zwar noch über den Teich, aber alle 30 Sekunden hieß es Wenden. Sandi stand die ganze Zeit im Niedergang, um die beiden Klemmen auf und zu zu machen. Irgendwann haben wir dann die Segel reingeholt und weiter motrort. Wir sind dem Fluss eine Weile gefolgt, einmal geschleust und wollten noch durch Groningen durch, an der ersten Brücke hieß es stopp, auch ohne doppelt Rot,ging die Brücke nicht mehr auf. Nach einigen Telefonaten, war dann klar, die Brücke bleibt zu, aber die zuständige hatte vergessen, auf Doppelrot umzustellen, also war der Segeltag gelaufen. Papa und ich wollten den Tag aber noch nutzen, also sind wir auf das Rad gestiegen und in die Stadt gefahren. Die Stadt war wirklich schön.

… ich glaube, dass kann man kommentarlos lassen…

 

An nächsten Tag stand ein langer Törn an, aber ich habe mich pünktlich wecken lassen, um den ganzen Tag mit zu bekommen. Erst mussten wir durch die gefühlt hunderten Brücken von Groningen durch, (ich glaube es waren 22, oder so… , für eine richtige Zahl, siehe Julians Blog) danach über den Eemskaanal in Richtung Nordsee. Die Crew verkroch sich ein bisschen nach unten, sodass ich eine ganze Weile alleine an Deck war, am Steuer unseres Segelschiffes, ich bin über den Kanal gefahren, habe Bilder gemacht und bin

mein erstes Mal ganz alleine durch Brücken gefahren. Was mir erst später klar geworden ist, hatte ich die Verantwortung von meinem Vater über unser Schiff übertragen bekommen, was ein unglaublicher Vertrauensbeweis ist, wofür ich sehr dankbar bin, denn ich hätte den Pott auch in die Brücke fahren können… Als es langsam Richtund Rms-Schleuse ging, versammelte sich die Crew wieder an Deck. Auf der Ems holten wir bei schönstem Wind die Segel heraus und fuhren bei einer schönen 3-4 weiter RIchtung Nordsee. Papa ging es leider nicht so gut, er hatte Migräne, und damit er für den Nachtteil der Tour fit ist, legte er sich erstmal hin. Dabei verpasste er einen der schönsten Momente im Urlaub (auch wenn es davon viele gab). Es war herrlich bei strahlendem Sonnenschein und wunderbarem Wind über die Ems zu fahren. Leider blieb es nicht die ganze Zeit so rosig, wie aus dem NIchts, fing der Wind an sich zu verändern, und wir kamen in eine unangenehme Kreuzwelle. Mit vereinten Kräften holten wir das Segel herein, doch niemandem ging es gut danach, also versuchte ich ein bisschen Ruhe in die Situation zu bringen, startete den Motor, und gab Gas damit die Welle nicht die Situation verschlimmerte. Nachdem die Situation ein bisschen ruhiger wurde, kam die Seekrankheit hoch, auch wenn ich schon sehr lange mitfahre, und eigentlich nicht anfällig dafür bin, nahm die Kreuzwelle auch mich in Mitleidenschaft. Dadurch dass ich am Steuer stand, ging es aber bei mir, bei den anderen drei nicht so. Mathis musste sich als erstes übergeben, bald folgte auch Danni, wir überlegten umzukehren, das war azfgrund der Strömung auch keine Option mehr. Mathis legte sich hin und Sandi folgte ihm. Danni wollte durchhalten, doch es war offensichtlich, dass es auch ihr nicht gut ging. Wir entschieden Papa zu wecken, der sich glücklicherweise von seiner Migräne erholt hatte, also legte sich auch Danni hin. Die erste Zeit des Nachttörns machten Papa und ich alleine, mit Position bestimmen, Tonnen finden, Kurs ändern usw. Später zeigte sich auch der ausgeschlafene Julian, der uns Gesellschaft leistete, Papa machte, wo es ging, power napping, maximal 20 Minuten. Zwischen zwei und fünf Uhr morgens, gönnte ich mir die einzigen drei Stunden Schlaf des 22 Stunden Törns. Danni war auch während meines Schlafes zurück in die Plicht gekommen, und wir fuhren zu viert auf den Hafen  zu. Irgendwann standen wir dann endlich, dummerweise auf einer Sandbank, 5 Meter vor dem Hafen. Nachdem das Anfunken des Hafens fehlschlug, forderten wir dann über Bremen rescue Hilfe an, und bald wurden wir von einigen freundlichen Seenotrettern gerettet. Die Einfahrt ist  zwar ca. 50 Meter breit und die Untiefe auf der linken Seite ist durch einen Ostkardinal abgegrenzt, um sich aber nicht fest zu fahren, muss man den Ostkardinal fast umfahren, da der Rest durch eine Untiefe unbefahrbar ist. Unsere Retter erzählten uns, das sie in der Hochsaison täglich mehrere Leute rausziehen müssen, aber der Bereich einfach nicht ordentlich abgetonnt wird. Der Törn ging von neun Uhr bis sieben Uhr morgens des nächsten Tages, also 22 Stunden. Da ich gerade mal drei Stunden davon geschlafen habe, bin ich am meisten wach gewesen, war aber auch gefühlt am kaputtesten, deshalb habe ich den Großteil des Tages und die Nacht geschlafen. Danach ging es zu meinem Endziel nach Wilhelmshaven. Nach einer schönen Überfahrt mit guten Geschwindigkeiten, schleusten wir durch eine große Schleuse, wo davor einige coole Schiffe lagen.

Nach dem wir in Wilhelmshaven angekommen waren, duschten wir und gingen etwas essen, bei einem wirklich tollen Italiener – auch wenn es lange gedauert hat ihn zu finden…. Danach wurden wir von Christian abgeholt, einem Freund von Papa, der in der Nähe von unserem Bahnhof für die Abfahrt wohnt. Die letzte Nacht durften wir in dem Ferien-Haus von ihm und seiner Frau schlafen. An der Stelle noch einmal vielen Dank an Euch beide, ich habe mich super wohl gefühlt. Das einzig doofe war, dass es am nächsten Tag für mich und meinem Bruder ab nach Hause hieß und der Urlaub vorbei war. Als Fazit kann ich mich meinem Bruder nur anschließen: „Der Urlaub war GEIL“.

Bis zur nächsten Tour im Sommer ist noch ein wenig Zeit, bis dahin wünsche ich euch eine wunderschöne Zeit mit gutem Wetter und viel Spaß. Ich muss jetzt wieder zur Schule und wieder den Alltag leben.

Bis zum nächsten mal wenn ich wieder schreibe.

Euer Steuermann für alle Fälle,

Fabian.

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